Nackter Asphalt 

 

wenn die innere Hitze 

den Asphalt des Herzens bricht 

wenn die Vergangenheit 

die alten Kleider anzieht 

und nackte Tatsachen hinterlässt

 

wenn die Lehre vom Leben ohne Grenzen 

grenzenloser Leere weicht 

wenn Scherben kein Glück mehr bringen 

weil man vor einem Scherbenhaufen steht 

 

wenn das Jetzt zwischen den Stühlen sitzt 

während man selbst am Boden liegt 

wenn das schwerfällige Streben nach Sicherheit 

die Leichtfüßigkeit des Lebens nimmt

 

wenn der Strom der Illusionen 

schonungslos die Wahrheit verschlingt 

wenn man immer weiter und weiter geht 

bis man irgendwann keine Kraft mehr hat
stehen zu bleiben

 

dann ist es an der Zeit ...

 

 

 

Ziellos ...

Wenn du offene Türen nicht mehr wahrnimmst
wenn der Gürtel, den du nicht trägst, dir den Atem nimmt
wenn du mit dem Feuer, mit dem du spielst, kein Gemüt mehr kühlst
wenn du dich wie eine ausgedrückte Zahncreme-Tube fühlst

wenn Worte nichts mehr bewegen, weil alles stehenbleibt
wenn die Zuversicht sich an deinem Mikrokosmos zerreibt
wenn der Wind jede Silbe mühlenhaft verdreht
nicht nur ein falscher Ton dir entgegenweht

wenn jeder Lebensmut wie Staub zerstäubt
weil dein Ich einmal mehr sich dagegen sträubt
wenn das Ziel der Weg ist und du das Ziel nicht kennst
und
du dennoch täglich ziellos weiter rennst

wenn du dich auf der Überholspur wähnst

in Wahrheit aber auf der Standspur verweilst
weil dich die Vergangenheit immer wieder einholt, 
obwohl sie dir Nichts mehr zu sagen hat ...

der Vorwärtsgang dich nicht mehr vorwärts bringt
dir mit dem Rücken zum Lenkrad deines Lebens Nichts gelingt

dann ...

Der Spaßmacher

 

Meine Geschichte vom Spaßmacher ist lang

spult er doch ab 'sein' Programm

vor jeder Vorstellung ihm angst und bang

ist er doch immer auf dem Damm

 

Täglich auf seiner Bühne

nach außen gut drauf und bestens gelaunt

mit aufgesetzter Miene

sein Publikum applaudiert und staunt

 

Immer und überall im Scheinwerferlicht

Lampenfieber sein ständiger Begleiter

erfüllt er uneigennützig seine Pflicht

steigt selbstlos herab die Seelenleiter

 

Was sein Publikum jedoch nicht weiß

sein Herz klopft aufgeregt und schnell

sehr hoch des Rampenlichts Preis

trotzdem jeden Tag atemlos zur Stell

 

Nach der Vorstellung in der Garderobe

sein starres Lächeln ihm entgleist

Morgen bereits die nächste Probe

Herz und Seele nicht vereint … vereist

 

Der Spaßmacher ist sehr verletzlich

schwermütig und in sich gekehrt

scheinbar immer unersetzlich

bleiben ihm schönste Momente verwehrt

 

Stets verlässlich auf seinem Posten

nach der Vorstellung wieder allein

macht er Spaß auf seine Kosten

nicht Spaßmacher, Spaßhaber will er sein

 

Nachdenklich, aufgewühlt und verschlissen

ein erstes hoffnungsvolles Lachen

trocknet er letzte Tränen mit dem Schminkekissen

und packt seine sieben Sachen

 

Ein letztes Mal abgeschminkt

die letzten Ketten sprengen

die Freiheit von Weitem winkt

befreit von allen Zwängen

 

Statt ständig mit verbundenen Augen

nur Andere zum Lachen zu bringen

an der Brust der Heiterkeit selbst saugen

und das eigene Glück erzwingen

 

Den morgigen Auftritt sagt er ab           

seine letzte Zugabe er heute gab...

Der Spaßmacher macht fortan

… was ihm gefällt

… bis der letzte Vorhang fällt

 

Farbklecks

 

Erscheint dir dein Alltag auch noch so grau
weilst tagtäglich in deinem farblosen Bau 

kennst nur noch die Farben schwarz und weiß
wähnst dich selbst bereits auf dem Abstellgleis

  

erscheint dir deine kleine Welt monoton 

siehst du im Spiegel eine blasse Person  

dann streiche deinen Alltag farbenfroh 

dein Bau wird zur Villa Kunterbunt so

  

statt schwarz und weiß schillernd und bunt
die Lebensgleise farbenprächtig zu jeder Stund
 
 

deine kleine Welt fortan ein Farbenreich
koloriert, leuchtend und malerisch zugleich

  

sei selbst beschwingt, lebenslustig mit einem Strahlen
im Spiegel…ein fröhlicher Farbklecks…wie gemalen

 

Das Karussell

 

Das Leben gleicht einem Karussell
… das sich dreht viel zu schnell

der Wind des SchWINDels nach Stille fleht
die ganze Welt urplötzlich Kopf steht
der Fahrtwind die Worte bereits verschlingt
jeder Hilferuf wie ein Vorwurf klingt

der Angekettete bereits mit den Tränen ringt
weil die Schwerkraft ihn zum Bleiben zwingt
das Lebensfeuer nur mehr schwach glimmt
und der klare Blick zunehmend verschwimmt

hält das Karussell doch immer an
nur einen kleinen Moment innehalten
das Lebenskarussell mitgestalten
wenn deine Melodie aus dem Lautsprecher hallt
ergriffen Herz und Chance - schnell abgeschnallt

und in ein kleines, buntes Karussell steigen
nicht nur der Schwerkraft eine Harke zeigen
jegliche Ketten und andere Fesseln zähmen
mit klarem Blick jetzt Fahrt aufnehmen

in deinem bunten Lebenskarussell reich an Farben
entfacht neu das Feuer und heilend all die Narben
Runde um Runde
bis hin zur letzten Stunde …

ENDlich

 

immer der ReisENDE

gefühlt so oft am ENDE ... der Welt

die ein oder andere KehrtwENDE

unENDlich viele Träume gefällt


den Hauch von ENDlichkeit verspürt

am ENDpunkt diese auch berührt

schlussENDlich der AbwesENDE

... im ENDeffekt der ENDliche

 

des Lebens DividENDE ...

an der letzten WegwENDE?

die ENDstationen stehen Schlange

das ENDspiel bereits im Gange
ENDzeitstimmung statt TrENDwENDE

 

passierENDE AndersdenkENDE,

das Leben StudierENDE und
im Alltag ErtrinkENDE ...

... StrophenENDE

 

ENDlosschleifen ...

lassen mich reifen ... in der Tat?

der ENDlauf eines Tages naht

die ENDabrechnung mit am Start:

UnvollENDEt in VollENDung ...

 

das ENDE des Kapitels erreicht

der AndersdenkENDE weicht

die letzte Reise fällt unENDlich leicht
... ENDlich

 

Rahmen-Los

im Rahmen meiner Möglichkeiten
Gelegenheit erneut zu scheitern
den Rahmen selbst abgesteckt
dennoch mehrmals angeeckt
das Rettungsboot zunehmend leckt

 

den Rahmen an den Nagel hängen
oder diesen einfach sprengen
sich nie mehr im Rahmen bewegen
und sich mutig auf Abwege begeben


einfach mal aus dem Rahmen fallen
der Schönheit des Lebens dabei verfallen
die Lebensleinwand selbst bemalen ...

 

Das Leben umarmen statt umrahmen
Rahmenlos - welch' idealer Rahmen ...

Klangkörper

... sehr verwirrt, obwohl nicht verkatert
mein Kopf sich neuerlich zermartert
Misstöne in meinem Kopf-Orchester

derweil die Ohrtrompeten sich verausgaben
fällt die Bruststimme in den O(h)rchestergraben
meine Kopfstimme völlig aus dem Takt
das Trommelfell mit Falschspielern im Pakt

verspielt hat auch der erste Geiger
der Oboist geht ihm auf den Zeiger
vom Rising Star zum Aussteiger?
der Flötist pfeift aus dem letzten Loch
verstimmt die Tuba auf die Bühne kroch

Bühne frei sogleich für den zweiten Akt
der Mann an der Harfe seelennackt
ein Paukenschlag - endlich die Zäsur
der Dirigent des Herzens mit Bravour

Raus aus dem tristen Alltagstrott
welch Klangfarbe durch das Fagott
Bratsche und Cello im Duette
begleitet von der schrillen Klarinette
gemeinsam sprengen die letzte Kette

das Solospiel mit der Posaune
die Tristesse weicht bester Laune
kein Kontra mehr, nur mehr der Bass
statt Schwarzer Peter das Herz Ass

zu guter Letzt das stolze Saxophon
trifft stimmungsvoll den richtigen Ton
das Finale furioso vorneweg mit Fanfare
von heute an schon ... bis hin zur Bahre …

Tiefgründig
 

im Grundriss

unseres Lebens

vordergründig

vieles abgrund

t

i

e

f

erscheint

der Mensch am Abgrund oft

verweilt, verzweifelt verweint ...

 

Grundlos …
der Wind uns ins Gesicht weht

das Lebensrad im Hintergrund

sich derweil ständig weiterdreht

Mut und Hoffnung?

... stets neu gesät

 

Aus gutem Grund ...

den Tiefen auf den Grund gehen

statt grundlos kein Land mehr sehen

das Ab im Abgrund in ein Auf drehen  

und "Aufgrund" dessen …
 
… auf festem Untergrund stehen

 

 

Ausweg … los!

 

den Kopf in der Schlinge

sie sagen

das ist der Lauf der Dinge

mit dem Rücken zur Wand

sie sagen

du hast es selbst in der Hand

  

Schluss mit dem Gezeter

sagen sie

und treten das EGOmeter

ziellos auf der Stelle

jeder Spielraum mutiert zur Zelle

 

woher der Wind auch weht

als ob er das Blatt dreht

wohin der Weg wohl geht

  

ent-wegt? von wegen 

un-entwegt bewegt
derweil sich abwegige Wärme
um den Asphalt des Herzens legt

 

in den Gezeiten des Lebens

bahnt sich  ein Ausweg … los!